Lehrer / Schule
Lehrer Alois Rasbach mit seinen Schülerinnen und Schülern in der neuen Schule in der Schulstraße (erbaut 1928). Herr Rasbach unterrichtete in Winden von 1926 - 1945. Seit 1992 dienen diese Räumlichkeiten dem Kindergarten von Winden.
Lehrer in Winden
Die Schüler von Winden, wurden bis zum Jahre 1846 trotz der hohen Kinderzahl (durchschnittlich 150 bis 170) von nur einem Lehrer unterrichtet. Im Jahre 1846 wurde jedoch eine zweite Lehrerstelle eingerichtet. Die Schülerzahl erreichte im Jahre 1883 ihren höchsten Stand mit 213 Kindern. Im Jahre 1959 erreichte die Schülerzahl ihren Tiefstand mit 52 Kindern. In den Pfarrbüchern findet man vor 1760 folgende Lehrer (die man damals "ludi magistri" nannte):
| Thomas Berg | 1683 - 1707 |
| Johann Wick | 1707 |
| Johann Adam Gerner | 1724 |
| Christian Schmitt | 1735 |
| Nr. | Von - bis | Erster Lehrer | Zweiter Lehrer | Vorherige Stelle | Versetzt nach |
| 5. | ca. 1760 - 1790 |
Martin Schmidt | |||
| 6. | 1790 - 1818 | Peter Schmidt | |||
| 7. | 1818 - 1820 | Johann Schmidt | |||
| 8. | 1820 - 1822 | Johann Christian | Munster | Entlassen nach Atzelgift verzogen. | |
| 9. | 1822 - 1861 | Johann Schenkelberg | Arnshofen | Pensioniert 1863 | |
| 10. | 1846 - 1848 | Wilhelm Abel | Seminar | Oberhochstadt | |
| 11. | 1848 - 1852 | Wilhelm Fischer | Kiedrien | Königstein | |
| 12. | 01.05.1852 - 01.12.1852 | Jakob Wilhelmy | Balduinstein | Entlassen | |
| 13. | 1852 - 1855 | Anton Demarè | Seminar | Eppenhain | |
| 14. | 1855 - 1856 | Johann Anton Petri | Eppenhain | Niederselters | |
| 15. | 1856 - 1859 | Johann Wohlfahrt | Neuenhain | Beilingen | |
| 16. | 1859 - 1861 | Johann Hermes | Engenhahn | Astert | |
| 17. | 1861 - 1869 | Josef Schlitt | Simmern | Geisenheim | |
| 18. | 1861 - 1864 | Heinrich Schenkelberg | geb. in Winden | Hettenhain | |
| 19. | 1864 - 1866 | Theodor Diefenbach | Ettinghausen | Langheck | |
| 20. | 1866 - 1872 | Jakob Geis | Seminar | Langenschwalbach | |
| 21. | 1869 - 1881 | Martin Schenkelberg | (geboren in Winden) | Herschbach | Herschbach |
| 22. | 1872 - 1873 | Adolf Gros | Seck | Galfingen (Elsaß) | |
| 23. | 1873 - 1874 | A. Knöfel | in Schlesien | Helferskirchen | |
| 24. | 1874 - 1876 | Anton Kaspar (geboren in Winden) | Holzhausen | Bad Ems | |
| 25. | 1876 - 1878 | Peter Reusch | Hartenfels | Filsen | |
| 26. | 1878 - 1880 | Heinrich Specht | Seminar | Thalheim | |
| 27. | 1880 - 1884 | Jakob Bausch | Seminar | Hellenhahn | |
| 28. | 1881 - 1886 | → Foto: Wilhelm Stahlheber ← | Die Gemeinde Pohl überließ uns
freundlicherweise zeitgeschichtliches Material über den weiteren Lebensweg von Lehrer Wilhelm Stahlheber. → bitte hier klicken ← |
wechselte 1886 nach Pohl | |
| 29. | 1884 - 1885 | Quirin Schütz | Seminar | Obersain | |
| 30. | 01.07.1885 - 16.09.1885 | Josef Urban | Seminar | † in Winden 16.09.1885 |
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| 31. | 1885 - 1886 | Jakob Reinhard Bott | Ransbach | Krank entlassen | |
| 32. | 1886 - 1905 | Anna Haag | Seminar | Siershahn | |
| 33. | 1886 - 1901 | Jakob Helling | Arzbach | Nievern | |
| 34. | 1901 - 1906 | Jakob Wenzel | Östrich | ||
| 35. | 1907 - 1910 | Alois Herz | Seminar | Höhr | |
| 36. | 1908 - 1909 | Adam Ruppel | Seminar | Militär | |
| 37. | 1909 - 1911 | Emil Wenzel | Seminar | Hahn | |
| 38. | 1910 - 1911 | Adam Rohrmann | Seminar | Berod | |
| 39. | 1911 - 1912 | Alfred Schreiner | Berod | Entlassen | |
| 40. | 1911 - 1912 | Josef Jeck | |||
| 41. | 1912 - 1918 | Josef Jeck | Seminar | Im Krieg gefallen † 30.03.1918 |
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| 42. | 1912 - 1918 | August Filius | |||
| 43. | 1918 - 1926 | August Filius | Bellingen | Neuhäusel | |
| 44. | 1916 - 1917 | Anna Bischoff | Kölbingen | Fischbach | |
| 45. | 03.07.1918 - 01.11.1918 | Heinrich Schmidt | Krieg | Hofheim | |
| 46. | 1918 - 1926 | → Foto: Josef Spitzhorn ← |
Kamp | ||
| 47. | 01.10.1926 - 20.03.1959 | → Foto: Josef Spitzhorn ← |
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| 48. | 1926 - 1945 | → Foto: Alois Rasbach ← |
Neuhäusel | Entlassen (seit 01.10.1948 Lehrer in Oberlahnstein) | |
| 49. | 1943 - 1944 | Eva Christa Schilling (Schulhelferin zur Vertretung) | Als Nachrichtenhelferin einberufen. | ||
| 50. | 10.01.1947 - 20.03.1959 | → Foto: Hugo Zimmermann ← |
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| 51. | 21.03.1959 - 31.07.1965 | → Foto: Hugo Zimmermann ← |
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| 52. | 01.08.1960 - 01.04.1962 | → Foto: Ernst Beicht ← |
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| 53. | 31.07.1963 - 19.08.1963 | Eberhard Schnell | |||
| 54. | 19.08.1963 - 01.08.1965 | → Foto: Wolfgang Löning ← |
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| 55. | 01.08.1965 - 30.11.1968 | Wolfgang Löning | |||
| 56. | 01.12.1968 - 17.08.1972 | → Foto: Eugen Schwaderlapp ← |
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| 57. | 17.08.1972 - 31.01.1974 | Beate Jachtenfuchs (Czech) | |||
| 58. | 01.02.1974 - 31.07.1975 | Thea Pfeifer | |||
| 59. | 01.10.1975 - | → Foto: Joachim Börner ← |
Ernst Beicht
geboren am 03.06.1935
Lehrer in Winden von 1960 - 1962
Ernst Beicht trat direkt nach seinem Studium am 01.08.1960 die Stelle als Volksschullehrer in Winden an. Er
unterrichtete die Klassen 1. - 4. Die Zeit als Lehrer in Winden dauerte aber nur zwei Jahre. Bereits am 01.04.1962
verließ er Winden. Noch im gleichen Jahr heiratete Ernst Beicht seine Ehefrau Ruthild. Er wäre bestimmt noch länger
in Winden geblieben, wenn seine damals zukünftige Ehefrau ihm nach Winden gefolgt wäre. Ruthild Beicht (geb. 1940)
stammte, wie Ernst Beicht aus Kirn und wollte ihren Heimatort in so jungen Jahren auch nicht verlassen. In Kirn trat
Ernst Beicht nachdem er Winden verließ eine Stelle als Lehrer an.
1963 wurde sein Sohn und 1966 seine Tochter geboren. 1965 - 67 studierte Ernst Beicht zusätzlich noch auf Sonderschullehrer
in Mainz. Nach dem Sonderschulstudium fing er in Kirn in der Lernbehindertenschule an. Nachdem die Lernbehindertenschule
privatisiert werden sollte, nahm er im Januar 1971 eine Rektorenstelle in Düngenheim bei Kaisersesch an. 1982 folgte eine
zusätzliche Sonderschulausbildung in Neuwied. 1983 zog die Familie nach Kaisersesch. 1995 wurde Ernst Beicht pensioniert
und trat in den wohlverdienten Ruhestand.
Schulzeugnis von Anna Lappas aus dem Jahr 1896
- bitte hier klickenDie Windener Schule
Gemäß dem Nassauischen Schuledikt vom 24. März 1817 wird seit dem Jahre 1821 eine Schulchronik geführt.
Der erste Chronist unserer Schulchronik, Schullehrer Johann Christian, schreibt noch einiges Wissenswertes aus der Zeit nach 1760. Von früheren Zeiten ist uns nichts erhalten geblieben als die Namen einiger in den Sterberegistern aufgeführten Lehrer. Um 1760 war hier der Lehrer Martin Schmidt, dessen Gehalt bloß von der Willkür der Gemeinde oder der Abtei Arnstein abhing. Als erstem wurde seinem Sohn Peter Schmidt im Jahre 1790 durch ein Dekret der Abtei Arnstein ein festes Gehalt bewilligt, das sich folgendermaßen zusammensetzte:
| Vereinbarung | |
| a) | Von jedem schulfähigen Kind der Gemeinde Winden, Dies und Hof Eschenau pro Jahr 45 Kreuzer, |
| b) | von jedem Einwohner, welcher Korn gezogen hat, eine Garbe Korn, |
| c) | aus der Gemeindekasse 9 Gulden, 40 Kreuzer, |
| d) | von jedem Einwohner zu Winden, Weinähr, Dies Hof Eschenau und Langenau ein "Glockenbrod", |
| e) | beim Begräbnis eines Alten 2 Laibbrod und 30 Kreuzer Geld, |
| f) | beim Begräbnis eines Kindes 1 Laibbrod, |
| g) | freie Wohnung und frei Holz. |
Nachdem 1803 die Schule nassauisch geworden war, wurden die Naturalleistungen abgeschafft, die Lehrer mußten eine fachliche Vorbildung haben und das Gehalt betrug durchschnittlich 200 Gulden im Jahr.
Bis zum Jahre 1790 lernten die Kinder nur Lesen und Religion. Einige wenige Knaben lernten noch Schreiben und etwas Rechnen. Der Schulunterricht wurde bis um 1790 nur im Winter erteilt, später auch im Sommer vier Tage in der Woche mittags von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Auch Handarbeitsunterricht (sogenannte Industrieschule) im Nähen und Stricken wurde erteilt. Bemerkenswerterweise auch an die Knaben. Mittwochs und Samstags nachmittags von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr an die Knaben und von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr an die Mädchen. Diesen Unterricht erteilte eine Frau aus dem Dorfe.
Als ältester Schulraum diente ein Zimmer auf dem Gemeindebackes (1920 abgerissen). Im Jahre 1788 wurde das Haus Ecke Mittelstraße und Oberalterweg als Schulgebäude von der Gemeinde für 225 Taler und 4 Taler Weinkauf erworben. Auch diese Schule zeigte sich bald als unzulänglich für durchschnittlich 140 Kinder. Im Jahre 1836 begann man mit dem Bau einer neuen Schule. Sie sollte ursprünglich mitten ins Dorf (wo heute das Haus des Herrn Alfred Seifert steht) gestellt werden. Man kam aber von diesem Plan wieder ab und erbaute sie auf dem sogenannten Nassauer Feld (heutiges Anwesen der Familie Loraing). Dort konnte man vor Ort die benötigten Steine brechen. Nach ihrer Fertigstellung wurde sie am 03. Dezember 1837 feierlich eingeweiht.
Ihre Gesamtkosten betrugen 4781 Gulden, 15 Kreuzer. Hier ist noch zu bemerken, daß viele Arbeiten von der Gemeinde im
Frondienst unentgeltlich ausgeführt werden mussten. Die Schule auf dem Nassauer Feld diente ihrem Zweck bis zum Jahre
1928. Viele der vielleicht heute noch lebenden Windener haben in ihr ihre Schuljahre verbracht. Bei einer Besichtigung
der baulichen und räumlichen Mängel der Schule durch eine aus Vertretern der Regierung und des Landratsamtes bestehenden
Kommision am 21. April 1926 wurden die Kosten für die Beseitigung der Mängel so hoch berechnet, daß man einen Schulneubau
ins Auge faßte. Als Baugrundstück wählte man das auf dem Nassauer Feld gelegene Pfarrgut (die sogenannte Nerr). Der Neubau
wurde im folgenden Jahr begonnen und am 06. Oktober 1927 der Grundstein gelegt.
Etwa Mitte Oktober 1928 war die Schule fertiggestellt und am 28. Oktober 1928 wurde sie feierlich eingeweiht. Die neue
Schule war eine Zierde des ganzen Dorfes, sie war lange Zeit die schönste Schule im Unterlahnkreis. Die Schule wurde
auch im Inneren nach modernen Ansprüchen eingerichtet. Außer den Kellern enthält sie in ihrem unterirdischen Teil eine
Waschküche, einen Raum für eine Schullehrküche, ein Volksbad mit sechs Brausen und zwei Wannen. Im Erdgeschoß sind zwei
Schulsäle mit je 50 Quadratmeter Grundfläche, ein Lehrmittelzimmer (dort wurde in den siebzigern zwischen Landkarten und
eingelegten Schauobjekten (Schlangen etc.) der evangelische Unterricht gehalten) und ein geräumiger Gang. Im ersten Stock
sind zwei Lehrerwohnungen, oben Speicher und je zwei zu den Lehrerwohnungen gehörende Mansarden. Die Gesamtkosten beliefen
sich (einschließlich Volksbad) auf etwas über 78.000 Mark (39880.77 Euro).
Am 16. August 1965 wurde vom Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Oberstufe (5 - 8 Schuljahr) ab Herbst 1965 an die damalige Mittelpunktschule nach Nassau zu verlegen. Dies war ein entscheidender Einschnitt in die wechselvolle Geschichte der seit 1846 bestehenden zweiklassigen Volksschule Winden. Sie wurde zunächst noch als einklassige Grundschule (1. - 4. Schuljahr) weitergeführt. Ab dem Schuljahr 1972 / 1973 wurde wegen der gestiegenen Schülerzahl (46) eine zweite Planstelle an der Grundschule eingerichtet und die Schule wieder zweiklassig geführt. Der Gemeinde Winden blieb trotz Einrichtung der Verbandsgemeinde zunächst die Trägerschaft der Grundschule erhalten. Erst im Jahre 1981 nach der Fertigstellung des Neubaus im Schulzentrum Nassau, wurde auch die Grundschule Winden aufgelöst bzw. nach Nassau verlegt.
Mit der Auflösung der Schule in Winden verlor die Gemeinde einen wichtigen Bestandteil der Dorfgemeinschaft, der bisher den Zusammenhalt und die Heimatliebe der Bewohner weckte und auch förderte. Aus diesem Grund entschloss man sich im Jahr 1992, in den bisherigen Räumlichkeiten der Grundschule, einen Kindergarten einzurichten.
